02/2026-03/2026

Lass mich bei dir einziehen!

Matthäus 21,1-11

Texterklärung

Noch fünf Tage bis Karfreitag. An Palmsonntag wird vorausgehend der Einzug Jesu in Jerusalem bedacht. Und die zentrale Frage lautet: „Wer ist der?“ (V. 10). Er zieht ein, aber anders, als Menschen damals dachten. Oft auch anders, als wir es heute denken. Lassen wir uns ein auf seinen Einzug, wie Matthäus ihn uns schildert.

Jesus zieht ein

Einzüge kennen wir: Von Politikern, von Krönungsfeiern von Königen und Königinnen oder von Päpsten und Siegermannschaften im Sport. Und jedes Mal gibt es pomp and circumstances – Pomp und Pracht. Hier nicht. Jesu Einzug kennt keine prachtvollen Äußerlichkeiten. Matthäus verweist mit einem Zitat aus Sacharja 9,9 (eröffnet mit Jes 62,11) darauf, dass es ihm auf die Sanftmütigkeit Jesu ankommt. Er benutzt nicht das Ross der Mächtigen, die schon oft zum Streit in Jerusalem eingezogen sind. Er benutzt das Reittier der einfachen Leute! Die Sanftmut, mit der er einzieht, ist bei Matthäus ein wichtiges Motivwort: Der griechische Begriff kommt nur in seinem Evangelium vor. Außer beim Einzug in Jerusalem auch beim Heilandsruf (Mt 11,29): „Ich bin sanftmütig und von Herzen demütig“ und in den Seligpreisungen (Mt 5,5): „Selig sind die Sanftmütigen.“ Dieser König bringt nicht Krieg, sondern Frieden. Und er ist für Matthäus und einen Teil des Volkes der endzeitliche Prophet, der von Mose in 5. Mose 18,15 verheißen wird, sodass Jesus in die Reihe dieses großen Mannes gestellt wird. Mose verheißt den Einzug ins gelobte Land – Jesus knüpft daran an und erfüllt diese prophetische Ansage mit seinem Tod am Kreuz und seiner Auferstehung.

Erkennen, was geschieht

Nur wenige Tage später schlägt der Jubel in das „Kreuzige ihn“ um. Aber es gibt auch Menschen, die erkennen, was geschieht. Sie legen ihre Kleider auf den Weg, sozusagen der rote Teppich für den Messias, auf den sie schon so lange warten. Und mit ihnen auch wir, auch unsere fragile kleine und zerrissene große Welt. Diese Menschen verstehen: Hier geschieht, was der Prophet Sacharja ausgesprochen hat. Wer also seine Bibel kennt, wer sie immer wieder zu sich sprechen lässt, der wird neben der Tageszeitung auch seine Bibel liegen haben. Um Jesus kennenzulernen. Um ihn von den vielen Stimmen, die wir hören, unterscheiden zu können und einen Halt zu finden für in unserer Zeit. Es lohnt sich, die Geschichten der Bibel zu erzählen – auch unseren Kindern, damit sie sich uns einprägen. Und wir durch Gottes Geist erkennen, was geschieht.

Wer ist der? (V. 10)

Er ist unser aller Erlöser! Er ist es durch seinen Tod. Für uns! Für dich! Dazu ist er eingezogen. In Jesus geschieht Gottes unglaublicher Gang in die Tiefe: In einer Krippe geboren, Sohn armer Leute, ohne festen Wohnsitz und wie ein Verbrecher gestorben. Nichts sieht wie ein Sieg aus. Friedrich von Bodelschwingh dichtet in seinem Lied „Nun gehören unsere Herzen“: „Nun in heilgem Stilleschweigen stehen wir auf Golgatha. Tief und tiefer wir uns neigen vor dem Wunder, das geschah, als der Freie ward zum Knechte und der Größte ganz gering, als für Sünder der Gerechte in des Todes Rachen hing.“ Bodelschwingh verlegt unseren Lebensstandort nach Golgatha und stellt uns unter das Kreuz Jesu, damit wir dort erkennen: Der Ort des Kreuzes ist Jesu Liebe zu dir. Lass mich zu dir kommen! Jesu Sanftmut bringt ihn ans Kreuz, sie zieht ein in Jerusalem. Sie will auch in unseren Herzen einen Platz finden. Er ist der, der uns aus unserem Tod zum ewigen Leben bringen wird. In Jesu Einzug in mein Herz wird mir nicht nur Leben geschenkt, sondern Ewigkeit! Wer ist der – für mich? Nun bin ich die Gefragte, der Gefragte. Jesus bricht nicht mit der Brechstange ein, aber seine Sanftmut hat Kraft und Macht, unsere Widerstände liebend zu besiegen. Und er möchte auch bei uns der Kommende sein, der heilt und zurechtbringt, was verwundet ist. Er wartet darauf, dass wir sagen: „Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn.“ Damit Menschen es hören und wir sie mitnehmen auf dem Weg zum Retter und Erlöser dieser Welt.

Fragen (und Anregungen) zum Gespräch:

  • Zum Einstieg: Wer ist der? (V.10): Wir erzählen einander, wer Jesus für uns persönlich ist. Teilen wir unsere Erfahrungen mit ihm.
  • Wo begegnen wir Jesus heute? Was hilft uns dabei, was hindert?
  • Schauen wir uns miteinander Adventslieder im Gesangbuch an und entdecken wir, welche Aussagen zum Kommen Jesu gemacht werden.
  • Warum ist das Kommen Jesu am Ende der Zeiten ein so wichtiges Motiv für uns und unsere Welt? Was passiert, wenn wir solche Hoffnung nicht haben?

Lieder: GL 21, FJ Best of 40 Hosanna

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