Matthäus 10,16-33
Texterklärung
In Matthäus 10 sendet Jesus seine Jünger mit einer Aufgabe los. Kurz zuvor hat er darüber gesprochen, dass die Ernte für Gottes Reich groß ist, aber es nur wenige Arbeiter für die Ernte gibt. Er lässt auf Worte Taten folgen und schickt seine Jünger los, um die Ankunft des Königreiches Gottes zu verkündigen, Kranke zu heilen, Hoffnung zu bringen. Und das alles für lau. Keine Bezahlung sollen die Jünger dafür annehmen.
Der große Knall
Die junge Astrophysikerin Dr. Lea Voss entdeckte den Riss im Himmel zuerst – erst winzig, dann bedrohlich wachsend. Während Chaos die Welt überrollt, kämpft sie darum, ihre Familie zu retten. Sie wird Teil der letzten Mission zur Rettung der Menschheit. Als der Start scheitert, bleibt Lea mit ihrer Tochter auf der Erde zurück. In den letzten Sekunden hält sie ihre Hand, blickt in den zerreißenden Himmel – ein grelles Licht, dann Dunkelheit. – So oder ähnlich überflutet Hollywood seit Jahren die Kinos mit Filmen über Weltuntergangszenarien. Und die Menschen finden es spannend. Natürlich: Jeder will gerne wissen, wie die Zukunft aussieht. Und ein bisschen hoffen, dass das verrückteste aller Szenarien nicht noch während der eigenen Lebenszeit eintrifft.
Und Jesus?
Jesus hält nichts von Panikmache. Er berichtet so sachlich wie möglich davon, was uns als seine Nachfolger dabei erwartet, seinen Auftrag in dieser Welt auszuführen. Er schickt seine Jünger los, seine gute Botschaft zu verkündigen. Und er gibt eine realistische Einschätzung ab. Er weiß, dass das nicht ungefährlich sein wird. Wie Schafe gehen die Jünger mitten unter die Wölfe. Jesus sagt: Als seine Nachfolger werden wir vor Gerichten stehen, Streit in Familien erleben. Spott, Verfolgung, Gewalt werden an der Tagesordnung sein.
Gott sei Dank leben wir in Deutschland immer noch in einem Land mit Religionsfreiheit. Viele Menschen weltweit haben diesen Luxus nicht, für sie mögen die Worte Jesu noch viel härter klingen. Aber auch wir erleben vielleicht, dass Familien in Streit geraten über den Glauben an Jesus Christus und Beziehungen daran zerbrechen. Und dass uns das Bekenntnis zu Jesus etwas kostet. Es ist gar nicht so leicht, von seinem Glauben mutig zu erzählen, wenn die Arbeitskollegin danach fragt oder der Klassenkamerad.
Kein Wohlstandsevangelium
Als Christen lernen wir genauso die dunklen Seiten des Lebens kennen. Besonders hart: Ja, es kann sein, dass uns Gott zu einer Aufgabe beruft (wie Jesus hier seine Jünger) und trotzdem nicht alles glatt läuft. Im Gegenteil: Es kann sein, dass wir gerade dann, wenn wir treu an seinem Auftrag festhalten, durch Täler gehen müssen, angefeindet werden, Krankheiten ertragen müssen.
Jesus spricht nicht davon, dass es uns in seiner Nachfolge immer gut gehen wird. Vielleicht gibt es erst einmal kein Happy End.
Das wirkliche Versprechen
Warum also soll ich mich auf die Nachfolge Jesu einlassen? Es klingt nicht nach einer rosigen Zeit, die ich dabei haben werde. Ja, das ist richtig. Aber wir erinnern uns, wer der Hirte der Schafe ist: Jesus Christus selbst (Joh 10).
Gottes Versprechen ist: „Bei euch aber sind sogar die Haare auf dem Haupt alle gezählt.“ Er verspricht, dass er um unser Sein und unsere Kämpfe immer genau wissen wird. Er sagt: „Fürchtet euch nicht!“ Ich bin mit dabei. Und er gibt eine große Verheißung: „Wer nun mich bekennt vor den Menschen, zu dem will ich mich auch bekennen vor meinem Vater im Himmel.“
Und los!
Ein Wort zum Schluss. Wie ziehe ich mutig los in die Nachfolge von Jesus? Mir hilft dabei immer eine Erinnerung: Als Christen fürchten wir Gott, nicht die Angst. Jesus ermahnt: „Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, doch die Seele nicht töten können.“ Keine Menschenfurcht – sondern Gottesfurcht! Unterm Strich bleiben wir in den größten Herausforderungen und dunkelsten Tälern unseres Lebens in seiner Hand. Auch nicht das größte Weltuntergangsszenario kann uns aus seiner Hand reißen. Also doch: ein Happy End.
Praxishilfe:
Fragen zum Weiterdenken:
- Was lerne ich in diesem Textabschnitt über das Wesen von Jesus?
- Was lerne ich in diesem Textabschnitt über Nachfolge, wie Jesus sie sich gedacht hat?
- Wo kostet mich mein Bekenntnis zu Jesus viel? Warum?
- Was macht mir Angst, wenn ich an das Ende der Welt denke?
- Was macht mir Hoffnung, wenn ich an das Ende der Welt denke?
Abschluss: Gebet für verfolgte Christen weltweit, die sich ganz akut in der Situation befinden, die Jesus hier beschreibt.
Lieder: GL 557, FJ Best of 74 Herr der Ewigkeit
