1. Samuel 28, 3-25
Texterklärung
Im Gehorsam gegenüber Gott hielt Hanna ihr Versprechen (1Sam 1,11) und brachte ihren lang ersehnten Sohn Samuel in die Obhut Elis (1Sam 2). Gott beruft Samuel als Propheten (1Sam 3). Samuel salbt Saul zum König (1Sam 10). Samuel salbt auch David (1Sam 16). Gott informiert Samuel über Sauls Ungehorsam und die Konsequenzen – er verliert sein Amt als König (1Sam 15). Mit den Philistern steht David zum Kampf gegen Saul. Jetzt verstummt die Stimme Gottes aus Samuels Mund für immer – Samuel stirbt.
… führen in die Gottlosigkeit
Samuel war es, der als Stimme Gottes zu Saul und damit auch zum ganzen Volk Israel redete. So kam auch das ganze Volk zur Totenklage nach Rama, der Stadt Ephraims. Bis zu diesem Zeitpunkt war so manche Änderung „Gott zur Ehre“ geschehen, wie die Vertreibung der Geisterbeschwörer und Zeichendeuter.
Als die Situation für Saul bedrohlich wird, weil die Philister sich zum Angriff versammelten, tut Saul das, was er von Samuel gelernt hat: er wendet sich an Gott. Doch Gott schweigt! Kein Einzelfall! Auch Mose, Hiob u. a. ging es so. Eine Vertrauensprüfung! Wer kennt sie nicht, die „Warum lässt Gott das zu?“-Fragen. Vergessen ist: „Wie oft hat nicht der gnädige Gott über dir (und Israel) seine Flügel gebreitet.“
Saul wendet sich an eine (übrig gebliebene) Totenbeschwörerin. Als die Frau erfährt, dass sie mit Samuel in Kontakt treten soll, weiß sie auch, wer verkleidet vor ihr sitzt und sie fürchtet um ihr Leben. Einem Menschen ist es nicht möglich, in den Bereich des Todes einzudringen. Auch dieser Frau nicht. Gott macht eine Ausnahme und spricht in der Erscheinung Samuels. Die Frau erschrickt noch mehr und Saul erfährt sein Todesurteil (V. 19). Gottes Urteil liegt in Sauls Gottlosigkeit (V. 16-18). Es ist nicht einzigartig, aber eigenartig, wie Saul über okkulte Praktiken einer Totenbeschwörerin in Kontakt mit Gottes Propheten Samuel treten will. Ja, Menschen suchen Gott! Aber: nicht in seinem Wort, nicht im Heiligen Geist und nicht in Jesus Christus!
Gottes Wege …
Ein Gott der Ordnung, der mit Menschen spricht, so war Gott schon immer. Gott schuf den Menschen als Mann und Frau (1Mo 1,27).Gott gab uns Menschen Freiheiten: „Und Gott der Herr gebot dem Menschen und sprach: ‚Du darfst essen von allen Bäumen im Garten …‘“ (1Mo 2,16-17). Der Satan hat den Menschen versucht. Der Sündenfall führte zur Trennung des Menschen von Gott. Gott will uns Menschen helfen, indem er unser Leben durch seine Gebote ordnet. Geordnet wird das Zusammenleben zwischen Mensch und Gott. Es geht um Gehorsam und Ungehorsam, Gut und Böse, Verlorenheit und Rettung. Gottlose Menschen irren am Sprichwort: „Gnade vor Recht ergehen lassen“, wenn sie daraus schließen, dass Gott über alles hinwegsieht. Gottes Gnade liegt in unserem Herrn Christus Jesus.
Gottes Wege sind klar und rein. Gott spricht: Ich bin der Herr dein Gott, du sollst keine anderen Götter haben neben mir. Samuel erinnert Saul daran, dass Gehorsam besser ist als Opfer (1Sam 15,22). Gottes Weg für uns liegt in einer engen Beziehung zu ihm. Gottes Wort hören und es tun. Liebe üben und auf Gott vertrauen. Ein Weg, der besser für uns nicht sein könnte. Auf Gottes Wegen gehen war auch für Saul gut, als Samuel noch bei ihm war. Jetzt bleibt ihm nur noch die „Hexe“. Eine Frau, die weder Gottes gute Wege kennt noch den zum Teil verzweifelten, auf jeden Fall suchenden „Klienten“ diesen als Orientierung aufzeigen kann. Weiß denn die Totenbeschwörerin welcher Weg nun vor Saul liegt? Sie will den gefallenen Saul wieder aufrichten und ihn mit Brot und Fleisch stärken. Aber wozu stärken? Sollte es Sauls „Henkersmahlzeit“ sein? Eine Stärkung für Sauls gottlosen Weg ins Gericht Gottes.
Unsere Stärkung dagegen liegt in Christus Jesus, der für uns zum Brot des Lebens geworden ist (Joh 6,22ff.).
… führen zum Ziel
Manfred Siebald schreibt in einem Lied: „Es geht ohne Gott in die Dunkelheit, aber mit ihm gehen wir ins Licht.“ In wenigen Tagen gedenken wir an Jesus Kreuzigung. Zuvor wird von einer Dunkelheit berichtet (Mk15,33). Aber „Gott sei Dank!“ ist unser Christus nicht im Tod geblieben, sondern am dritten Tage auferstanden. In Johannes 14 sagt Jesus Christus, dass er den Weg nicht nur kennt, sondern dass er selbst der Weg ist, der zum Ziel, nach Hause zum Vater und ins ewige Leben führt. Er sagt: „… ich lebe und ihr sollt auch leben“ (Joh 14,19). Wenn wir in wenigen Tagen bezeugen: „Der Herr ist auferstanden – wahrhaftig auferstanden!“ dann rufen wir auch für uns den Sieg über Tod und Teufel aus.
Fragen (und Anregungen) zum Gespräch:
- Was tun wir, wenn Gott schweigt?
- Wie gehen wir mit Menschen um, die sich dem Okkultismus zugewendet haben?
Lieder: GL 495, FJ best of 121 Dein Wort
