08/2026-09/2026

Brich auf!

Ein mutiges Plädoyer für missionarische Aufbrüche

Mal ehrlich: Wer mag keine Aufbrüche?

Aufbruch bedeutet Veränderung. Neues entdecken. Dinge wagen. Nicht auf der Stelle treten. Aufbruch steht für Leben. Aber wie sieht es mit einem missionarischen Aufbruch aus? Klingt das für dich genauso attraktiv?

Teil eines Aufbruchs zu sein bedeutet nicht nur, dass sich „die anderen“ verändern. Es bedeutet, dass sich bei mir etwas bewegt. Ich lasse Gewohntes los und bin bereit für das Neue.

Vielleicht beginnt alles mit einem einfachen Gebet:

„Jesus, mach mein Herz weit. Schenke mir die Sehnsucht, Teil von einem missionarischen Aufbruch zu sein. Zeig mir, was ich loslassen muss, damit ich aufbrechen kann.“

Wie geschieht ein missionarischer Aufbruch?

Wir reden von einem „geistlichen“ Aufbruch. Was ist zuerst da, das veränderte Herz oder die öffentlich sichtbaren Bewegungen? Biblisch gesehen gibt es keine Regel und Reihenfolge. Jesus sagt: „Zachäus, ich muss in dein Haus einkehren.“ Die Folge: Eine ganze Menschentraube macht sich auf den Weg. Erst im Haus – am Tisch – findet die innere Einsicht und Umkehr statt. Menschen erleben Jesus im Gehen (Modell Emmaus) oder sie kommen zum Glauben durch ein kurzes konfrontatives Wort (Modell Simon und Andreas). Die Reihenfolge scheint weniger wichtig zu sein. Was wir aber wissen: Zu jedem geistlichen Aufbruch gehört das Wort Jesu, die Bereitschaft zur Umkehr, eine sichtbare Veränderung des Menschen, eine Bewegung, die zu einem Massenphänomen wird.  

Das alles kann spontan oder geplant geschehen. Strategien und Strukturen sind nicht per se ungeistlich. Ein Beispiel? Der große Exodus aus Ägypten war ein Megaprojekt an Organisationsentwicklung. Alle wussten, was sie zu tun hatten. Alle waren vorbereitet, damit sie zur rechten Zeit mit dem richtigen Gepäck am Treffpunkt erschienen sind. Und doch bleiben geistliche Aufbrüche unverfügbar. Gott entscheidet.

Wie setzt sich ein Aufbruch durch?

Im Aufbruch wird etwas „aufgebrochen“. Daran kommen wir nicht vorbei. Das bedeutet für die einen: „Endlich sind die Fesseln gelöst!“ Für die anderen: „Jetzt verliere ich mein Liebgewonnenes.“ Willkommen in der Exodus-Geschichte! Wie oft und wie gerne wären die Israeliten zurück zur alten, verklärten Zeit. Und doch sind sie beieinandergeblieben. Es gibt zwei Marker, damit Aufbrüche nicht auf den ersten Metern im Meer versinken: 1. Glaube lebt immer vorwärts. Voller Einsatz für den Aufbruch – mit Haut und Haar, mit meinem persönlichen Hab und Gut nach vorn. 2. Die Verheißungen Gottes sind der Fluchtpunkt: Ob Feuer- oder Wolkensäule: Der gemeinsame Blick auf Gottes Zusagen ist in hellen und in dunklen Zeiten elementar wichtig.

Wann ist der richtige Zeitpunkt gekommen?

Bei Israel braucht es zehn Anläufe (2Mo 7 bis 12). Ich mag mir nicht vorstellen, wie es in den einzelnen Familien zuging. Immer wieder Hoffnung, immer wieder Vorbereitungen, immer wieder packen und auspacken. Manche Aufbrüche brauchen mehrere Anläufe. Vielleicht tun solche Trockenübungen auch gut. Nicht nur reden, sondern auch ausprobieren. Nicht nur träumen, sondern real durchspielen.

Wie stehts mit den eigenen Aufbrüchen?

Es geht um einen „missionarischen“ Aufbruch – also um das Hingehen. Es geht um die „Außen-Wirkung“. Darauf können wir uns vorbereiten. Was eint uns? Welche Sehnsucht teilen wir? Worin sehen wir unseren Sinn? Wohin sendet uns Jesus? Kurz: FÜR wen sind wir da?

Ich wünsche mir, dass wir mehr Außenkontakte leben. Zu oft und zu viel konzentrieren wir uns auf uns selbst. Der Gottesdienst des Alltages sollte weit mehr Aufmerksamkeit bekommen. Dann werden wir missionarisch.

Schaut mal die Apis, was machen die da?

Ein Aufbruch mit „Außen–Wirkung“ verändert alles zum Guten. Mission wirkt immer gesellschaftsrelevant. Sie verändert Menschen, Häuser, Dörfer, Städte und ganze Länder zum Positiven. Wir sind „für“, nicht „gegen“. Wer für das Gute (den „Guten“ I Mk10,18) eintritt, braucht sich nicht am Bösen abarbeiten. Missionarische Aufbrüche sehen nicht das Gute im Schlechten, sondern erwecken das Tote zum Leben (Joh11). Dafür sind wir da: Für die Menschen, mit denen wir leben. Auch als Verband brechen wir auf. Mit den Gründungen des Schönblicks (1916) und, „Aktion Hoffnungsland“ (2019) haben wir gute Erfahrungen gemacht. Wir sind mittendrin. Neues wird folgen, sofern ein missionarischer Aufbruch entsteht. Ob das nun medial, durch Musik, durch eine Bibelleseaktion vor Ort, durch neue Bauprojekte, durch Gemeindegründungen, durch Veranstaltungen oder soziale Projekte passiert – es bleibt spannend.

Wir verändern uns nicht, um unsere Organisation zu retten. Schon gar nicht, um zu provozieren. Bewährtes soll sich weiterhin bewähren – unbedingt! Unsere Herausforderung bleibt nicht das „Bleiben“, sondern das „Hingehen“. Aufbrüche haben immer etwas vom „all in“. Sie lassen sich nicht delegieren. Ein Aufbruch betrifft dich und mich existentiell. Wir werben darum: Geh mit, mach mit!

Sag mir einen Grund, warum es nicht einfach so weitergehen kann, wie bisher? Warum sollten wir gerade JETZT aufbrechen?

Weil es alternativlos ist. Gott will, dass allen Menschen geholfen werde, und dass sie zur Erkenntnis der Wahrheit finden (1Tim 2,3f.). Es ist der Leitsatz jeglicher missionarischen Haltung. Wir brechen in ein unbekanntes Land auf. Lasst uns dieses Land mit ihren Menschen lieben (lernen). Werdet ein Teil dieser Aufbruchsgeschichte Gottes mit uns Menschen.

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