Gemeinschaft

Das Magazin für Bibelbeweger, Heimatgeber und Hoffnungsträger


Ich will nicht dein Held sein!

Liebe Apis,
liebe Freunde im Ländle und darüber hinaus!

„Da gibt es doch diesen Song „hero“. Von wem war der nochmals gleich?“ … google google „… ah – ja, das war die Band „Family of the Year“.

Ich höre in den Song rein. Drei Takte, und der Song tanzt wieder in meinen Gehirnwindungen. Diese eine Zeile sagt alles: „Let me go, I don’t want to be your hero“ (deutsch: „Lass mich gehen, ich will nicht dein Held sein“). Mein Eindruck ist: Der Satz ist wie geschaffen für die U40-Generation: Achtsam und authentisch sein, eher Fragen stellen als mit Aussagen konfrontieren, mehr Feedback einholen und mehr Teamspirit leben. Mich beeindruckt diese Haltung. Und in Hinblick auf unsere Kirche und Gemeinschaftsarbeit erlebe ich: Blühende Landschaften entstehen auch durch flachere Hierarchien und durch ein bewusst gelebtes Miteinander. Es braucht dazu nicht die „großen Köpfe“. Haben also die großen Helden ausgedient?

Wer prägt anders,
wer greift beherzt zur Hoffnungsansage Jesu
und tut dies auch öffentlich kund?

Glaubenshelden!?

Ich erahne, dass hier auch etwas faul ist. Denn auf der Landkarte unserer Gesellschaft werden andere Kulturen angepflanzt und Heldenhaftes gezüchtet. Wir überlassen ihnen das Deutungsrecht und den Handlungsraum. Wer von uns wagt sich aus der Deckung? Wer widerspricht, wer hält stand? Wer prägt anders, wer greift beherzt zur Hoffnungsansage Jesu und tut dies auch öffentlich kund? Glaubenshelden, wo seid ihr? Meine Vermutung ist: Die Bilder der glorifizierten „Glaubenshelden“ tragen nicht, und keiner will selbst zum gefallenen Engel werden. Lieber fragen statt sagen. Aber genau das brauchen wir heute: Menschen, die mal eine Ansage machen und vorneweg gehen. Christen, die ihre Nase in den kalten Wind halten – und die Hände sowohl zum Gebet erheben als auch eine wagemutige und geisterfüllte Idee zur Tatsache werden lassen.

Die Sehnsucht nach großen Machtmenschen wächst beängstigend. Dafür wird ohne Zögern Gottesfurcht, Aufrichtigkeit, Nächstenliebe und die Meinungsfreiheit auf dem Altar des Heros geopfert. Alles Eigenschaften, die dem Evangelium eigen sind. Was mit Venezuela und mit der Ukraine geschieht, erfüllt tiefe Sehnsüchte nach totalitären Persönlichkeiten, die angehimmelt werden können. Sonst wäre der Widerstand größer. Grönland wie ein Brettspiel zu behandeln, ist nicht frech, sondern diabolisch. 2026 bleiben wir hoffnungsvoll. „Siehe ich mache alles neu“ (Jahreslosung) – dieses Bild der neuen Welt motiviert uns. Schon heute soll davon etwas erfahrbar werden. Wir dürfen uns nur nicht verkrümeln („let me go“). Bitte: Einmischen und öffentlich werden! Das ist die DNA des Evangeliums. Jesus sagt: „Gehet hin … ich sende euch wie Schafe unter die Wölfe.“ Von wegen „Helden“ – wir sind maximal Schafe mit dickem Fell!

Euer
Matthias Hanßmann

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