02/2026-03/2026

Echtes Leben in der Social Media-Welt

Kira Geiss arbeitet als Moderatorin und Multimedia Journalistin, ist Mitglied im Bündnis für die junge Generation und hat in Magdeburg eine Jugendgemeinde gegründet. Seit 2023 trägt sie den Titel Miss Germany und setzt sich für den richtigen Umgang mit Social Media und die Förderung der jungen Generation ein. 2024 ist ihre Autobiografie „Bitttersüße Realität“ erschienen. Im Januar 2026 folgt ein Mädelsjounal mit dem Titel „Du bist kostbar und wunderschön“. Wir waren mit ihr im Gespräch zum Thema „Glauben leben auf Social Media“.

Inwiefern unterscheidet sich die Person Kira Geiss auf Insta von der privaten Kira Geiss?

Eigentlich kaum, mir ist das Thema Authentizität sehr wichtig. Deshalb versuche ich immer wieder, auch über Krisen, Selbstzweifel und Kämpfe zu sprechen. Ich glaube, dass die ganze Social Media Welt eine große Portion echtes Leben vertragen könnte.

Welche Themen versuchst du bewusst aus der digitalen Öffentlichkeit rauszuhalten?

Alles, was nur mich betrifft, teile ich gerne bei Social Media. Sobald andere Menschen involviert sind, bin ich etwas vorsichtiger. Schließlich haben sich mein Ehemann, meine Familie oder meine Freunde nicht für ein Leben in der Öffentlichkeit entschieden. Private Beziehungen teile ich deswegen eigentlich kaum.

Und welche Themen thematisierst du ganz bewusst?

2023 wurde ich zur Miss Germany gewählt. Die meisten denken bei diesem Thema direkt an einen Schönheitswettbewerb und liegen mit dieser Vermutung tatsächlich falsch. Seit 2019 geht es nämlich nicht mehr um Aussehen oder Körpermaße, sondern um Inhalte. Frauen bewerben sich und gewinnen mit einem Thema. So war es auch bei mir. Von dem Titel „Schönheitskönigin“ nehme ich deswegen bewusst Abstand. Ich bin der Meinung, dass jede Frau wunderschön geschaffen ist. Genau darüber spreche ich auch immer wieder auf Social Media. Ich zeige meine eigene unreine Haut, erkläre warum Cellulite ganz normal ist und warum es wichtig ist, seinen eigenen Körper zu feiern. Weil mir dieses Thema so wichtig ist und ich bei Social Media erlebe, dass viele Frauen mit ihren Körpern zu kämpfen haben, habe ich ein Mädelsjournal geschrieben, dass den Titel „Du bist kostbar und wunderschön“ trägt und durch verschiedene Impulse helfen soll, den eigenen Körper anzunehmen und wertzuschätzen.

Welche Erfahrungen machst du, wenn du Glaubensthemen auf Social Media weitergibst?

Die Resonanz ist meistens sehr positiv. Natürlich gibt es immer wieder kritische Stimmen oder Leute, die Fragen haben. Aber das ist tatsächlich bei fast allen Themen so. Ich versuche dann, einfach mit den Menschen ins Gespräch zu gehen! Grundsätzlich ist es mir wichtig, auch meinen Glauben bei Social Media zu teilen. Zum einen, weil er eine große Rolle in meinem Leben spielt, zum anderen, weil er meine Motivation für all die Dinge ist, die ich tue.

Wie teilt man seinen Glauben bestmöglich auf Social Media?

Der Glaube ist immer eine persönliche Entscheidung, die aus dem Herzen kommen muss. Menschen seine eigenen Vorstellungen und Überzeugungen überzustülpen, finde ich persönlich sinnlos und falsch. Ehrlich und authentisch von den eigenen Gedanken, Erlebnissen und Überzeugungen zu sprechen und andere Menschen daran teilhaben zu lassen, ohne sie überzeugen zu wollen, finde ich dagegen klasse. Ich glaube es ist wichtig, dass wir auch als Christen auf Social Media präsent sind. Das bedeutet für mich aber nicht nur, Glaubensinhalte zu teilen, sondern auch Nächstenliebe zu leben. Wenn sich unter einem Beitrag lauter Hasskommentare ansammeln, sollten wir zum Beispiel genau dort Licht sein und freundliche Wort schreiben.

Welche Posts likest du selbst gerne?

Dackelvideos, Buchempfehlungen und Beiträge, die mir ein gutes Gefühl zu meinem Körper geben. @merleschoon, @luisajosenhans oder @louisadellert finde ich zum Beispiel klasse.

Deine Tipps für einen gesunden Social Media Konsum?

  1. So wenig Zeit wie möglich auf Social Media Plattformen verbringen.
  2. Kindern und Jugendlichen so spät wie möglichen einen Zugang zu Social Media ermöglichen.
  3. Bewusst hinterfragen, welche Inhalte man konsumiert und was diese mit einem machen.
  4. Bewusst hinterfragen, wem man folgt und wer das Recht hat, Einfluss auf einen zu nehmen – denn das passiert automatisch, wenn man die Inhalte von Influencern und Influencerinnen regelmäßig konsumiert.

Wie schaffst du es, medial abzuschalten?

Am Wochenende schalte ich mein Handy oft komplett aus. Auch die letzte halbe Stunde vor dem schlafen gehen lege ich es regelmäßig zur Seite. Stattdessen versuche ich, meine Zeit mit guten Büchern zu füllen. Grundsätzlich bin ich der Meinung: Mehr lesen, weniger scrollen.

Vielen Dank für das Gespräch!

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